Ursachen · Alle Wetter!

Das haben doch Ingenieure und Techniker geplant, das kann doch nicht völliger Murks sein...

- nun.....

WER hat hier eigentlich WAS geplant?

"Ein befreundeter Bahningenieur aus Norddeutschland war in den 1980er/Anfang 90er Jahren Student bei Professor Heimerl. Der Mann sagte mir dieser Tage, Heimerls Idee von S 21 und der NBS nach Ulm war eine bewusst theoretische Planstudie als Anregung für die Studierenden, wie man heute solche Vorhaben angehen müsste, wenn sie denn irgendwo zur Diskussion stünden: Stichworte Trassenbündelung bzw. städtebauliche Synergien, erläutert am (hypothetischen) Beispiel Stuttgarts, einfach weil diese Stadt vor der Haustür der Uni lag und weil sich das Beispiel sozusagen als Karikatur anbot. Die Skizze sei nie als konkreter und praktischer Vorschlag für Stuttgart gemeint gewesen, schon wegen des offensichtlichen Missverhältnisses zwischen Aufwand und Nutzen und der nicht vorhandenen Erweiterungsmöglichkeiten einer unterirdischen Gesamtanlage. Nachdem die Politik dann mit einiger Verspätung unversehens den Ansatz aufgriff, habe Heimerl nolens volens gute Miene zu dem Spiel machen müssen. Das sei ihm insofern nicht so schwer gefallen, als nach damaligem Stand sowieso annehmbar sein musste, dass bei gründlicher offizieller Prüfung das Thema ohnehin sofort unten durch fallen werde, mangels bahntechnischer Eignung und Wirtschaftlichkeit. An der Uni schaffen ja keine Trottel.

Dass die Immobilien-, Bau- und Finanzbranche die Idee dermaßen an sich ziehen würden (womit dann das Thema Eisenbahn letztlich zum irgendwie hingebogenen Abfallprodukt deklariert wurde), habe Heimerl nicht ahnen können und müssen. Natürlich hätte seine Uni bei „logischen“ Voraussetzungen ein solches Projekt als nicht sinnvoll bezeichnen müssen. Doch auf der hohen politischen Ebene hätte Heimerl dann schlecht sagen können: Ätsch, wir haben nur ein Späßle gemacht. Und nachdem für positive Studien im Auftrag der DB AG viel „Drittmittel“ winkten und parallel das Land an den Unis sparte, war die Ausgangslage wieder etwas anders. – Das erklärt nun, warum Heimerl sich aus der aktiven Diskussion fast immer herausgehalten hat und warum die von der Uni stammende Idee seit jeher so völlig im Widerspruch steht zum tatsächlichen Bedarf bzw. Nichtbedarf an Bahnbaumaßnahmen in Ba-Wü."

Die Quelle des obigen Textes findet sich hier  Joe Bauers Flaneursalon Depesche Nr. 1063

Eine umfassende fachkundige Bewertung des Sachverhaltes durch Fritz Möbus findet sich hier

Wenn Sie sich selbst ein Bild davon machen möchten, ob denn solch ein Unfug wirklich geschehen ist, bzw wie denn die Planung von Professor Heimerl tatsächlich aussah, so haben Sie leider ein Problem. Die Unterlagen liegen allesamt in der Bibliothek des Verkehrswissenschaftlichen Instituts der Universität Stuttgart  - und dort sind sie unter Verschluß! Falls Sie das nicht glauben, so prüfen Sie es bitte selbst. Ein direkter Link zu den Suchergebnissen ist leider nicht möglich, doch Sie können sich ziemlich schnell durchklicken. Den Link zur Uni-Bibliothek Stuttgart finden Sie hier  Dort müssen Sie die Suche im Gesamtbestand UB+Institute aufrufen. Wenn Sie nun "Heimerl" als Suchbegriff eingeben, so erhalten Sie 184 Treffer. Ab dem Jahr 1994 finden sich diverse Werke zu Stuttgart 21. Doch bereits die Machbarkeitsstudie von 1994, die die betriebs- und gesamtwirtschaftliche Bewertung beinhaltet, ist unter Verschluß. Ebenso sind diverse weitere Untersuchungen zu Stuttgart 21 unter Verschluß (jeweils unten rechts im Suchergebnis neben der Inventarnummer angegeben). Dies hat sich auch unter der grün-roten Regierung nicht geändert.

 

Niemand darf die Planungsgrundlagen von Stuttgart 21 sehen. Das ist bedauerlich, denn es wäre durchaus interessant zu prüfen, wie es denn planerisch bewerkstelligt wurde, dass angeblich 370 Millionen PKW-Kilometer jährlich von der Straße auf die Schiene verlagert werden - vermittels einer signifikanten Verringerung der Schienenleistungsfähigkeit.   

Spöttische Zungen behaupten, die baden-württembergische Landesregierung käme hier nur ihrer Fürsorgepflicht nach. Die Unterlagen würden unter Verschluß gehalten, damit die Bürger sich nicht totlachten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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